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Dezember 2007 - Leserbrief

Dezember 2007 - Leserbrief

Im November 2007 wurde in einer bekannten Katzenzeitschrift ein Artikel über die Gefahr von rohem Fleisch veröffentlicht. Dieser Artikel hat uns mit seiner einseitigen Berichterstattung sehr empört, was uns dazu brachte, einen Leserbrief an diese Zeitschrift zu senden.
Leider wurde nicht der komplette Leserbrief abgedruckt. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle den gesamten Leserbrief vorstellen, welchen ich im November an diese Zeitschrift gesendet habe.

Hallo liebes Team von "Name der Zeitung",

ich gehöre zu den Katzenhaltern, welche ihre Katzen zu über 90% biologisch artgerecht roh füttert, also barft.
Als einer dieser Fütterer möchte ich mich zu Ihrem Beitrag in der "Name der Zeitung", Ausgabe 11/07 äußern, da ich Ihre Berichterstattung sehr einseitig finde.

Sie schreiben, dass es ein Missverständnis sei, dass sich Katzen nicht mit Salmonellen oder Coli-Bakterien infizieren können. Das stimmt, das ist ein Missverständnis. Ebenfalls ist es korrekt, dass Bakterien und Salmonellen nicht durch Einfrieren absterben.
Was Sie nicht schreiben ist, dass ein gesundes Tier damit allerdings keine Probleme hat.

Sie schreiben, dass bei den meisten Rohfütterungen Definzite auftreten.
Das ist insofern korrekt, wenn sich der Besitzer nicht informiert.
Ich für meinen Teil bin sehr gut informiert, und stütze mich bei der Futterzubereitung auf die Bedarfswerte von Prof. Dr. Wanner von der Universität Zürich (
http://www.tierer.unizh.ch/te_pdf/script_katze.pdf). (Anm. 03.12.2012: neuer Link.).

Um fehlende Stoffe im Fleisch auszugleichen, verwendet man Supplemente und setzt Fleisch fehlendes Eisen, fehlendes Fett, fehlende Vitamine, fehlendes Calcium und Phosphor, fehlendes Jod, fehlendes Retinol, Cholecalciferol, Alpha-Tocoferol und Natrium zu.
Das ist übrigens einfacher als man denkt, denn es gibt so genannte "Kalkulatoren", welche die Bedarfswerte von Katzen (siehe Wanner), die Nährwertdaten von rohem Fleisch und Supplementen vereint.
Ich selbst habe mich mit dem Thema so weit auseinander gesetzt, dass ich selbst einen Kalkulator erstellen konnte.
Diesen Kalkulator gibt es auf
http://dubarfst.com/forum/thread.php?threadid=7788 gegen eine kleine Spende an die Tiertafel zum Download. (Anm. 24.02.2010, Katrin Windszus: neuer Link)

Übrigens geben die wenigsten Katzenbesitzern ihren Katzen Knochen.
Das Problem ist dabei nicht das Splittern von Knochen, denn Knochen splittern nur, wenn Knochen gekocht sind.
Vielmehr sind es die zu wenig erforschten Calcium- und Phosphorgehalte in den unterschiedlichsten Arten von Knochen.
Daher verwenden die meisten Leute häufiger Knochenmehl für das fehlende Phosphor und ein Calciumsupplement für das fehlende Calcium.

Welches Supplement für welchen Nährstoff:

Dieser Bereich wurde leider nicht abgedruckt:

Übrigens ist ihre Aussage mit dem stinkenden Katzenkot nicht korrekt.
Das Gegenteil kann ich behaupten.
Wir haben Erfahrung mit beiden Ernährungsformen.
Bei der Ernährung von Trocken- und Nassfutter haben wir stark riechenden Kot gefunden. Teilweise pro Katze mehrmals täglich.
Mit der Rohfütterung hat man alle ein bis zwei Tage Kotabsatz, wobei es zu keiner großartigen Geruchsbelästigung kommt.

Mehr und mehr Katzenzüchter und -halter stellen Ihre Katzen auf eine artgerechte Ernährung um und berichten voller Stolz, wie das Fell auf einmal glänzt, die Katzen schlanker und aktiver werden, dass das Katzenklo nicht mehr so stinkt etc.

Sie können sich im Internet gerne über diese Ernährungsform informieren.
Ich empfehle Ihnen hierzu folgende Seiten im Internet:
http://www.savannahcats.de/katzenernaehrung.html
http://dubarfst.com/
http://www.blaue-samtpfote.de/barf/barf.html

Viel Freude beim Nachlesen und ich würde mich freuen, wenn es bei Ihnen mal einen Bericht gibt, der lautet:
"Barfen, aber richtig!".


Mit freundlichen Grüßen von einer stolzen Barferin und vielleicht auch zukünftigen barfenden Züchterin,
Katrin Windszus

Die weitere Geschichte des Leserbriefs

Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass überhaupt Teile dieses Leserbriefes veröffentlicht werden. Dies hat uns schon etwas stolz gemacht, obwohl ich weiß, dass ich mit einem solchem Leserbrief ein ziemlich unerwünschter Quertreiber bin.
Sehr hübsch fand ich die Trockenfutterwerbung neben meinem Leserbrief, unter anderem für eines, welches helfen soll Harnsteine aufzulösen.
Gerade aufgrund Harnsteinen fangen doch so viele Leute mit dem Barfen an. ;)

Unser Leserbrief wurde in bekannten Katzenforen heiß diskutiert, was dazu führte, dass andere engagierte Barfer dieser Zeitschrift ebenfalls Leserbriefe an diese Zeitschrift schrieben. Ein sehr schön geschriebener Leserbrief von Andrea Mocigemba wurde daraufhin in der Februarausgabe veröffentlicht. Dieser Artikel war wirklich hervorragend geschrieben und die Redaktion hat diesen Leserbrief nicht kommentiert.

Vielen lieben Dank Andrea, dein Beitrag war echt klasse! :)

In der Aprilausgabe der Zeitschrift wurde dann wieder einer dieser Anti-Barf-Artikel abgedruckt. Diesmal über 3 Seiten, verfasst von einem Parasitologen... und es wird wieder auf Ernährungsdefizite, Krankheiten, Würmer, Bakterien und Salmonellen herumgehackt.

Wieder haben viele Barfer in Foren virtuell mit dem Kopf geschüttelt und ihren Unmut kundgetan.

Meine Meinung zum Artikel in der Aprilausgabe 2008 gibt es hier öffentlich zu lesen:

Halbwahrheiten, Vorurteile und Unwahrheiten
Hoher Fettgehalt von Rohfutter
Domestikation der Katze
Salmonellen, Würmer und Co.

Ich habe übrigens nichts gegen Menschen, die ihre Katzen mit Fertigfutter ernähren.
Umgekehrt vermisse ich jedoch Toleranz. Am schönsten wäre natürlich Akzeptanz!